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Pferdewetten in Deutschland: Totalisator, Buchmacher und das Rennwettgesetz

Pferdewetten nehmen im deutschen Glücksspielrecht eine Sonderstellung ein. Während Sportwetten erst seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 bundesweit einheitlich erlaubt sind, besitzen Wetten auf Pferderennen eine deutlich längere rechtliche Tradition. Ihre Grundlage ist das Rennwett- und Lotteriegesetz, das in seinen Ursprüngen auf das Jahr 1922 zurückgeht.

Totalisator und Buchmacher

Das Gesetz kennt zwei Formen der Pferdewette. Beim Totalisator werden alle Einsätze auf ein Rennen in einem gemeinsamen Pool gesammelt. Nach Abzug eines festgelegten Anteils wird der Rest unter den Gewinnern verteilt. Die Quote steht daher erst nach Wettschluss fest und hängt davon ab, wie viel Geld auf das siegreiche Pferd gesetzt wurde. Totalisatoren dürfen nur von Rennvereinen betrieben werden, die eine entsprechende Erlaubnis besitzen.

Buchmacher bieten dagegen feste Quoten an, die bereits bei Wettabgabe gelten. Sie tragen das Risiko selbst und benötigen eine gesonderte Erlaubnis der zuständigen Landesbehörde. Die Zahl der Buchmacher in Deutschland ist überschaubar, da das Geschäft eng an den Rennsport gebunden ist.

Steuerliche Behandlung

Auf Pferdewetten wird eine Steuer in Höhe von 5 Prozent des Einsatzes erhoben, sowohl beim Totalisator als auch beim Buchmacher. Ein Teil des Aufkommens aus der Totalisatorsteuer fließt an die Rennvereine zurück und dient der Förderung der Pferdezucht. Diese Zweckbindung ist ein Grund dafür, dass die Pferdewette bis heute als eigene Kategorie geführt wird.

Verhältnis zum Glücksspielstaatsvertrag

Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 greift auch für Pferdewetten, soweit sie im Internet angeboten werden. Online-Pferdewetten unterliegen damit denselben Spielerschutzvorgaben wie Sportwetten, etwa der Anbindung an das zentrale Sperrsystem und dem anbieterübergreifenden Einzahlungslimit. Die stationäre Wettannahme auf der Rennbahn bleibt dagegen weitgehend im Rahmen des Rennwett- und Lotteriegesetzes geregelt.

Wer auf Pferderennen wetten möchte, sollte wissen, dass hier zwei Regelwerke nebeneinander bestehen. Für Wettende ergibt sich daraus kein Nachteil, doch die Zuständigkeiten für Aufsicht und Erlaubniserteilung unterscheiden sich von denen bei klassischen Sportwetten.